Wir sind auf dem Weg

Wir sind auf dem Weg

Sonntag, 17. Januar 2016

Von Potsdam nach Schwetzingen, eine grenzüberschreitende Gartenkultur




Vernissage: Andreas Falz (2. v. r.), Geschäftsleitung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, eröffnet die Ausstellung. Kurator Josef Walch führte in das Thema ein.
Foto: Frank Bürger


Die Neue Orangerie im Schwetzinger beherbergt seit jeher zahlreiche Pflanzen. Errichtet wurde die Orangerie im 18. Jahrhundert, um, wie der Name andeutet, die kälteempfindlichen exotischen Pflanzen, wie etwa die Orangen, im Winter zu schützen. Heute nutzen die Staatlichen Schlösser und Gärten den faszinierenden Ort regelmäßig für Ausstellungen. Die großen Fensterflächen des barocken Pflanzenhauses sorgen für viel Sonnenlicht und bieten zugleich den Blick ins Freie, auf den weltberühmten Schlossgarten.

Das Jahr 2016 haben die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zum „Themenjahr Garten“ erklärt. Die Ausstellung „Blumengeister – Les Fleurs Animées“ eröffnete am 17. Januar den Veranstaltungsreigen im Schlossgarten Schwetzingen, der in diesem Jahr ganz besonders im Zentrum der Ereignisse stehen wird.

Professor Josef Walch, Kurator der Ausstellung führte in das Thema ein. Eröffnet wurde diese von von Andreas Falz, Geschäftsleiter vonStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.Unter den Gästen auch Schwetzingens Oberbürgermeister René Pöltl, Präsident der Gartenakademie Baden-Württemberg, und Landtagsabgeordneter Manfred Kern.

Musikalisch umrahmten Art Gisolf (Saxophon) und Michael Quast (Piano) die Vernissage


Die bescheidene Eleganz einer Tulpe, die stille Sehnsucht eines Vergissmeinnicht oder die strenge Unnahbarkeit einer Distel. Die beseelte Pflanzenwelt des französischen Künstlers Grandville ist vom 18. Januar bis 24. April 2016 im Lapidarium der Orangerie zu sehen.

Jean Ignace Isidore Gérard Grandville war einer der bedeutendsten Zeichner und Grafiker im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Noch heute ist er für seine fantastischen Gestalten bekannt, die menschliche, tierische und pflanzliche Züge vereinen. Anfangs engagierte er sich mit der spitzen Feder des Karikaturisten in den politischen Wirren seiner Zeit. Nach persönlichen Schicksalsschlägen wandte sich der Zeichner jedoch unpolitischeren Darstellungen zu. In seinen zahlreichen Illustrationen schuf er immer wieder neue Wunderwesen. Der märchenhafte Zyklus „Les Fleurs Animées“, sein letztes Werk, zeigt poetische Blumengeister, elegante menschliche Gestalten, die zugleich dem Charakter der Pflanzen entsprechen: ein verschämtes Veilchen oder eine königliche Rose.

Josef Walch unterstrich noch einmal die Bedeutung des Künstlers für die Nachwelt. Besonders auffällig. Bis zu Richard Wagners Parsifal und Walt Disney reichen seine Spuren.



Damit kann man historisch und traditionell auch die Linie weiter ziehen nach Potsdam und den Gärten Friedrich des Großen.  Im Vorjahr besuchte die Rundschau die Pressekonferenz  der Musikfestspiele Sanssouci.

Der Hofgartenintendant Ludwig von Sckell, Schöpfer der Schlossparks von Schwetzingen, Nymphenburg und des Englischen Gartens in München war sein Lehrmeister. Peter Joseph Lenné schuf Paradieslandschaften von Gärten, auch im preußischen Potsdam.
Gärten spielen auch in der Musik eine besondere Rolle. Aber bisher wissenschaftlich nur am Rand erschlossen. Das soll sich nun ändern. So war es eine große Herausforderung für Andrea Palent, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin der Musikfestspiele Sanssouci, dieses Thema für das Jahr 2015 zu fokussieren. Potsdam mit Sanssouci, dem Neuen Garten, Schloss Lindstedt und vielen anderen Locations ist geradezu geeignet, sich mit der Beziehung „Gärten und Musik“ auseinanderzusetzen. Das ist eine Herzenssache. Und wem das Herz voll ist, der sprudelt … gedanklich, musikalisch verbal… Mit Dr. Jelle Dierickx hat Palent als Urgestein der Potsdamer Kultur einen feinfühligen und interessierten Künstler für die Umsetzung dieses Konzepts gewonnen. Das Programm hat eine globale Note, mit der Beteiligung, mit dem Programm. Und am Ende steht sogar eine Veröffentlich von Andrea Palent zu dieser wunderbaren Verbindung Schlösser, Gärten und Musik.
Passend: Dieses Jahr haben die Musikfestspiele explizit den Schwerpunkt Frankreich



Musikfestfestspiele 2013
Foto: Stefan Glöde

So reichen sich Potsdam und Schwetzingen die Hand, und es ist noch vieles Gemeinsame zu erwarten.

Bilder zur Vernissage
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.952058988209317.1073741896.100002156743333&type=1&l=80ff9e3d12

Mittwoch, 1. April 2015

Markus Meckel ausgezeichnet: ein Wegbereiter deutsch-polnischer Verständigung

Foto: Christoph Blase

„Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Meckel ist mit dem ,Kommandeurkreuz mit Stern des Verdienstordens der Republik Polen’ ausgezeichnet worden. Bei der Überreichung des Ordens am Dienstagabend in der polnischen Botschaft in Berlin wurden vor allem die Verdienste des in Müncheberg (Märkisch-Oderland) geborenen Ex-Politikers in seiner Zeit als letzter Außenminister der DDR im Jahr 1990 gewürdigt", berichtet die Märkische Oderzeitung.

Als Teilnehmer der Verhandlungen über die deutsche Einheit setzte er sich mit Nachdruck für die endgültige Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als deutsch-polnische Grenze ein. Aber auch die Zeit danach ist geprägt durch die Annährung der benachbarten Länder, in dem beide gemeinsam die Mitte Europas bilden sollten.

Der Verdienstorden ist die höchste Auszeichnung, die Polen an Ausländer vergibt. Er wird in fünf Stufen, beginnend mit dem Ritter- oder Kavalierkreuz verliehen. Das Kommandeurkreuz mit Stern ist die zweithöchste Kategorie, das noch höhere Großkreuz wird nur an aktuelle Regierungschefs, Staatsoberhäupter oder besonders herausragende Persönlichkeiten vergeben.

In seiner Laudatio betonte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, Dietmar Nietan: „Markus Meckel ist jemand, der mit einer besonderen Überzeugung für die Freiheit in Europa kämpfte, weil er sich selber immer in die Ideengeschichte einer europäischen Freiheit gestellt hat."

Für mich persönlich gab es in diesem Zusammenhang zwei wichtige Begegnungen mit Markus Meckel. Mit Vehemenz setzte er sich für den Fall der deutsch-polnischen Grenze ein. Die kleine Grenzbrücke zwischen dem uckermärkischen Mescherin und dem polnischen Gryfino wird für mich ein wenig zum Symbol dieses Ringens. Die Gespräche waren intensiv und fruchtbar. Am 1. Mai 2004 gab es dort einen Grenzübergang ohne Kontrolle, eine wunderbare Feier. Die Brücke war frei für den Autoverkehr, Polen ein wichtiger neuer Teil des europäischen Staatengebildes.
Gemeinsam mit Dietmar Nietan gab es dann ein Wiedersehen im Zentrum freiheitlichen-liberalen Denkens auf Schloss Hambach. Am 17. November 2012 diskutierte er im Podium damals über die politische Situation in Mittel- und Osteuropa im Rahmen der Jahrestagung des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaft. Wichtiges Thema an historischer Stätte, sieht man die aktuellen Konflikte im Osten.
1832 wurde die Hambacher Schlossruine durch die viertägige Protestveranstaltung von etwa 30.000 Menschen zum Schauplatz demokratischer Bewegung. Noch dazu war der Protest grenzüberschreitend, auch viele Polen und Franzosen waren mit dabei.
Anlass war die Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung über Repressionsmaßnahmen der bayerischen Verwaltung. Diese hatte in den Jahren nach 1816 Errungenschaften zurückgenommen, die dem Volk in der Zeit der Besatzung durch Frankreich gewährt worden waren. Nachdem die bayerische Obrigkeit eine strenge Zensur eingeführt und politische Kundgebungen verboten hatte, gaben die Organisatoren die Veranstaltung als „Volksfest“ aus.

Seit jenen Tagen gilt das Hambacher Schloss als Sinnbild der Demokratie in ganz Deutschland.


Die Begegnung mit Markus Meckel auch im Rahmen der Kröchlendorffer Gespräche hinterlässt Spuren und gibt Impulse, sich für ein friedliches Europa einzusetzen und Mauern fallenzulassen.




Björn Schulz Stiftung: Ehrenamtliches Engagement wichtig


Foto: Björn Schulz Stiftung




Am 3. April übergibt Tobias Olm, Leiter des Medienprojektes Uckermark, an Manfred Kolasinksi von der Berliner Björn Schulz Stiftung eine Spende.  Von 18.00 Uhr bis 3.00 Uhr startet beim Jugend- & Musikcafé Exit e.V., Langer Grund 4 in Schwedt / Oder das zweite Mal die Veranstaltungsreihe „Bands gegen Krebs“ ins neue Jahr.


Mit dieser Spende wird auch die bedeutende ehrenamtliche Arbeit der bundesweit agierenden Stiftung unterstützt.

In Deutschland leben etwa 23.000 Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen, jährlich sterben 3.000 bis 5.000 von ihnen. Die Mehrheit von ihnen und ihre Familien wünschen sich, so viel wie möglich der verbleibenden Lebenszeit gemeinsam in ihrer häuslichen Umgebung und nicht in einer Klinik zu verbringen. Lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche haben ab der Diagnosestellung keine Hoffnung auf Heilung und sterben vor Erreichen des Erwachsenenalters.


Die Björn Schulz STIFTUNG wurde 1996 gegründet, um diesen Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien umfassend und professionell zur Seite zu stehen und zu helfen. Eine Familie mit schwerstkranken Kindern benötigt eine umfassende Betreuung und Unterstützung, die weit über die medizinische Therapien hinaus geht. Da solche Leistungen nicht in erforderlichem Maße vom staatlichen Gesundheitssystem erbracht und finanziert werden, hilft die Björn Schulz STIFTUNG den kranken Kindern, deren Geschwistern, Eltern und weiteren Familienangehörigen: schnell, unbürokratisch und effektiv.


Die Björn Schulz STIFTUNG hat sich seit ihres Bestehens bewusst dafür entschieden, die Betreuung der Familien durch die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen bzw. freiwillig Engagierten aufzufächern und vielfältig zu gestalten. Das freiwillige Engagement soll dabei für alle Beteiligten, für unsere Familien, für unsere ehrenamtlichen Helferinnen und auch für die Stiftung selbst nachhaltig und gewinnbringend sein.


Freiwillig Engagierte bringen in die Björn Schulz STIFTUNG aufgrund ihrer Lebenserfahrung und beruflichen Qualifikation, Fertigkeiten und Kompetenzen sowie auch aufgrund ihrer privaten Interessen eine große Vielfalt in unser Haus, die wir als Ressource verstehen und auch als solche nutzen wollen. Unsere ehrenamtlichen Helferinnen helfen uns dabei, durch Anregungen und positive Kritik nicht betriebsblind zu werden bzw. unsere Arbeitsprozesse immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und optimal zu verbessern. Weiterhin bringen sie oftmals neben ihrer Zeitspenden durch ihre jeweiligen privaten und beruflichen Netzwerke für uns sinnvolle Verbindungen zu anderen sozialen Netzwerken mit und können über zahlreiche Kontakte auch finanzielle Mittel bzw. bedarfsangepasste Sachspenden akquirieren. Wenn wir es als Stiftung bewerkstelligen, dass sich unsere ehrenamtlichen MitarbeiterINNen wohlfühlen, eine Tätigkeitsnische finden, die ihnen und uns Sinn spendet, dann werden sie das Leitbild unserer Einrichtung in allen seinen Facetten weitertragen, werben und somit neue Zeit-, Sach- und Geldspender zu einem entsprechenden Engagement ermutigen. Die Zusammenarbeit mit freiwillig engagierten Mitmenschen ermöglicht es der Björn Schulz STIFTUNG, nicht nur zusätzliche umfangreiche Leistungen anzubieten, sondern auch die Qualität des angebotenen Leistungsspektrum zu erhöhen. Mit dem Einsatz von ehrenamtlichen Helferinnen können unsere hauptamtlich Tätigen und unsere Familien sehr gut und flankierend unterstützt werden.

Wichtig ist, dass die Stiftung auch Botschafter hat, die die Arbeit transportieren. Dazu gehört auch die US-Amerikanische Jazz-Sängerin Jocelyn B. Smith. "Ich bin immer mit vollem Herzen dabei, deshalb bin ich dankbar Botschafterin bei der Björn Schulz Stiftung zu sein. Gemeinsam mit Familien und Mitarbeitern ist im Sommer 2014 der Titel "Meine Liebe trägt dich" entstanden. Er ist auf der EP "Heut und hier" enthalten, die zugunsten des Kinderhospiz Sonnenhof verkauft wird. Wir das Ich in Dir ist meine Philosophie für soziale Verantwortung. Ich möchte mit meiner Arbeit für die Stiftung den schwer kranken Kindern und ihren Familien eine Stimme geben.".

Für die deutsche Version des Disney-Films Der König der Löwen sang sie die Titelmelodie und wurde dafür mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Am 9. Mai ist die Sängerin um 20 Uhr im Berliner Dom zu sehen.

Weitere Infos und Karten

Dienstag, 31. März 2015

Prenzlauer Rundschau sagt Kampf gegen Rechts an





Foto: K.M.

Die Prenzlauer Rundschau sagt immer wieder neu den Kampf gegen Rechts an. Der Neonazi-Aussteiger Kevin Müller hat seine Wurzeln in der Uckermark.



Ende April 2015 erscheint im Archiv der Jugendkulturen Verlag ein monumentales Werk über „Frei.Wild. Südtirols konservative Antifaschisten“ (siehe www.facebook.com/Frei.Wild.DasBuch?ref=hl bzw. http://shop.jugendkulturen.de/375-freiwild.html). Autor ist Klaus Farin, Gründer des Berliner Archiv der Jugendkulturen und Autor u. a. von „Krieg in den Städten. Jugendgangs in Deutschland“ und „Die Autonomen“. Für dieses Buch hat Farin nicht nur mit Frei.Wild selbst Interviews geführt, sondern auch mit 59 (!) weiteren Deutschrock-Bands und anderen „Experten“. Unter anderem auch mit dem Berliner Aussteiger aus der rechtsextremen Szene Kevin Müller.
Hier könnt Ihr das Interview exklusiv vorab und ungekürzt lesen:

Interview mit einem Aussteiger aus der rechtsextremen Szene:
„Nach dem Ausstieg hat man erst mal kein Freunde mehr, emotionale Leere um einen herum und Selbstzweifel.“
Interview Kevin Müller

Kevin Müller, Jahrgang 1987, war jahrelang Mitglied der rechten Szene. Ende 2010 ist er ausgestiegen. Seitdem engagiert er sich in Schulen und im öffentlichen Raum gegen Rechtsextremismus. Er informiert über die Methoden der Nazis beim Kampf um die Köpfe.

Heißt du wirklich Kevin Müller?
Wenn ich so in meinen Personalausweis schaue, steht das natürlich drin; selbst in meiner Geburtsurkunde.

Deine Eltern waren Onkelz-Fans?
Na klar! Seit Beginn der Onkelz, und meine Eltern benannten mich nach Kevin Russell. Na, wenn das nicht Aussage genug ist ...

Du warst selbst auch mal Onkelz-Fan. Was hältst du heute von der Band?
Waren am Anfang meine großen Vorbilder. Doch nachdem ich in die Nazi-Szene eingestiegen war, fielen sie bei mir auf das Niveau einer ‚Verräter-Band‘ herunter. Auf der anderen Seite waren sie mir dann eine Riesenhilfe beim Ausstieg aus dieser Szene. Sie spiegeln in ihren Texten für mich einfach nur das, was im täglichen Leben stattfindet und was ich selber vielfach erlebt habe. Leider gehörte dazu viel Gewalt – zum Glück aber auch die Hinwendung zu Alternativen und die Orientierung, sich dagegen zu wehren.
Was ist die Band heute für mich? Eine realistische Reflektierung meiner Kindheit und meiner Teenagerzeit; eine Erinnerung und ein Aufruf an mich, nie aufzugeben und alle Erscheinungen bis zum Endpunkt zu durchleuchten. Ein Mutmacher.

Wie wird man Neonazi?
Es gibt viele Faktoren, die ich alle überhaupt gar nicht aufzählen will. Ich nenne einige wenige Fakten, die mich sicher beeinflusst haben
1. Zu wenig Kenntnis der deutschen Geschichte und darum falsches Identifizierungspotenzial, hinzukommend ein völliges Fehlen von Einsichten in gesellschaftliche Perspektiven usw.
2. Persönliches Umfeld (falsche Freunde, Perspektivlosigkeit im persönlichen Leben ...)
3. Negative Erfahrungen mit Ausländern und keine anschließende sachgemäße Aufarbeitung.

Und wie bist du dann konkret in die Szene reingerutscht?
In einer konfliktgeladenen Situation gab es für mich als 15/16-jährigen Teenager keine Hilfe. Sozialarbeiter und Schule versagten völlig und die Familie (Mutter mit 2 Kindern, alleinerziehend) war zu schwach. In diesem Moment fingen mich Mitglieder der rechtsextremen Szene regelrecht auf. Sie halfen mir bei Behördengängen, beim Umzug und boten mir einen ‚Familienersatz‘ – eben die oft zitierte ‚Kameradschaft‘. Erstmalig sah ich mich hier als Person bestätigt und geachtet.

Aber dazu musst du die ja schon gekannt haben. Die standen ja nicht mit nem Schild vorm Schultor: Wer braucht Hilfe? Wie hast du sie kennen gelernt?
Nee, die hatten kein Schild um den Hals mit Hilfsangeboten, aber auch keins, wo draufstand: „Vorsicht, ich bin Nazi". Als solche waren sie nicht zu erkennen. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick, und zu jenem Zeitpunkt war ich über jede beliebige Hilfe dankbar. Es waren die ‚hilfreichen‘ Bürger von nebenan.

Und wie lief dein wirklicher Einstieg in die Szene dann ab? Warst du von Anfang an akzeptiertes ‚Mitglied‘ oder musstest du dich erst bewähren?
Da lief weder was mit ‚sofort drinnen‘ noch mit ‚Bewährung‘ o. Ä. Man half mir hin und wieder; man gab mal einen für mich aus; man nahm mich zu der einen oder anderen Veranstaltung mit; man gab mir zu lesen, was ich vorher noch nie und überhaupt so gelesen hatte: mal das Buch „Der Tod spricht Polnisch“ [siehe www.blutundfleisch.org/buecher/buecher/geschichte/der-tod-sprach-polnisch/], mal eine Vorlesung über die Auschwitzlüge, mal ein Konzert – und das immer fortlaufend. Es war ein schleichender Prozess, der aber kontinuierlich und dann doch schnell ging. Ich hatte dem nichts entgegenzusetzen. Ich wurde nach einiger Zeit von denen akzeptiert und ich identifizierte mich mit ihnen.

Wie lange warst du insgesamt drin?
Gute 5 Jahre.

Und was war das für eine Gruppe? Warst du nur in einer eher losen Kameradschaft oder auch in der NPD oder klandestinen Organisationen?
Das ging alles sehr fließend ineinander über: erst lose Kameradschaft, dann lernte ich den Sänger von Landser, dann Udo Voigt und andere regionale Größen der Szene kennen, die sich alle um mich und natürlich vorrangig um meine ideologische Ausrichtung ‚kümmerten‘. Schnell war ich dann ein junger aufstrebender Kader mit einem NPD-Ausweis in der Tasche. Der Treppenwitz ist, dass Herr Voigt nach meinem Ausstieg einen verzweifelten Versuch unternahm, mich über eine (missglückte) Unterlassungsklage zum Schweigen zu bringen.

Was hättest du denn für dramatische Informationen ausplaudern können, dass der NPD-Chef ins Schwitzen kam?
Er scheint ja geschwitzt zu haben ... die Informationen waren nicht sonderlich spektakulär, aber die Offenlegung des ganz allgemeinen täglichen Idiotismus mit der Aura der einzigen verfolgten Vaterlandsretter; dass sie selber öffentlich bestreiten, dass sie Nazis sind, aber in Wirklichkeit die größten Hitler-Fanatiker und Beschwörer des Nazireiches; dass Kinderpornos auch in ihren Reihen von Einigen gepflegt werden usw. Das habe ich alles selber gesehen und erlebt, und so was tut Möchtegernhelden doch sichtbar weh, wenn es öffentlich wird.

Was macht man eigentlich so den ganzen Tag als Neonazi? Hollywood-Filme gucken und mexikanisch essen gehen wahrscheinlich nicht … Was waren deine ‚wichtigsten‘ Aktivitäten in der und für die rechte Szene?
Vor meinem Austritt wurde ich von der NPD in die Uckermark geschickt, um eine neue Kameradschaft zu gründen, was mir auch mit großem Erfolg gelang. Ich war sehr aktiv und entsprechend meiner Mentalität ständig unterwegs. Das ging von Propagandaeinsätzen vor Schulen bis zur Verfolgung und körperlichen Einwirkung auf aktive Andersdenkende.
Natürlich kam auch das Feiern – oft mit viel Alkohol – nicht zu kurz. Die gesamte Zeit aber wird man begleitet von Thesen, kulturellen Versatzstücken, Lügen und Agitationen der Naziszene. Während dieses Prozesses baut man sich eine autarke rassistische, rechtsextrem geprägte Weltanschauung auf, die mit gesellschaftlichen Realitäten nichts mehr zu tun hat.

Das heißt, du oder ihr habt Linke verfolgt und verprügelt?
Ja, ich war auch dabei, als ein Jugendlicher, der gegen die Nazis agitierte, entsetzlich zusammengeschlagen wurde. Ich weiß noch nicht mal, ob der auch wirklich ‚links‘ war. Vorher wurde eine Stimmung gegen den erzeugt, die eigentlich nur mit schlimmstem Mobbing zu bezeichnen ist, und seine Wohnung ausfindig gemacht. Für mich war es dann eines der wesentlichen Signale, wirklich auszusteigen.

Wie kommt man aus so einer Szene eigentlich wieder raus?
Das ist natürlich ein sehr vielschichtiger Prozess. Zunächst schafft man es nur durch die umfassende und bewusste Erweiterung des Wissens über die deutsche Geschichte, Kultur, Traditionen und die Identifizierung mit dem fortschrittlichen Gehalt der oben genannten Faktoren. So wie Tacitus zum Beispiel über die Germanen schrieb, dass sie gastfreundlich sind, dass Fremden die Türen immer offen standen, dass sie aber auch, wenn jemand in feindlicher Absicht kam, sehr wehrhaft waren.
Dann: Konsequentes Wechseln des ehemaligen ‚Freundeskreises‘.

Wie macht man das? Wie findet man neue Freunde? Vermutlich hat dir doch lange Zeit niemand geglaubt, dass du tatsächlich raus bist?
Damit muss man leben, dass es selbst bis heute immer noch Zweifler gibt, aber das ist wohl auch normal, wenn man erst mal in so einer menschenfeindlichen Szene gesteckt hatte. Daran darf man nicht verzweifeln. Mir ist es auf jeden Fall immer wieder Anlass, mein Verhalten und meine Gedankengänge zu überprüfen. Neue Freunde muss man sich dann mühsam erkämpfen und es geht einzig und alleine nur über die hundertprozentige Abwendung von allen und allem mit dem ‚Nazivirus‘ Infizierten. Wenn das eindeutig und aktiv vor aller Augen erfolgt, dann kann es auch geschehen, dass ehemalige Freunde, die man vor dem Eintritt in die rechte Szene hatte, wieder Vertrauen zu einem fassen. So jedenfalls geschah es mir.

Du hast also öffentlich deine Plattensammlung verbrannt und deinen Ausstieg im Fernsehen verkündet?
Ich hab gar keine Plattensammlung gehabt. Aber das, was ich hatte, behielt meine Nazi-Freundin, die nicht mir, aber der braunen Szene treu blieb. Meinen Ausstieg machte ich über fast alle Medien so öffentlich wie möglich.

Was ist das Schwierigste beim Ausstieg aus so einer Szene? Worin besteht das größte Rückfallrisiko?
Man hat erst mal fast kein Freunde mehr, emotionale Leere um einen herum und Selbstzweifel. Anfeindungen von der einen Seite und tiefstes Misstrauen von der anderen Seite. Angst vor Rache und vor Angriffen auf einen selbst, aber besonders auch auf die unbeteiligte Familie. Das größte Rückfallrisiko sehe ich darin, dass man nun von jeder weiteren Entwicklung abgeschnitten ist und man als das stigmatisiert wird, was man war.

Wie sieht dein Freundeskreis heute aus?
Wie soll der aussehen? Alles normale Leute: Pfarrer, Russen, Deutsche, Schwule, Heteros, Mitglieder der verschiedensten Szenen. Nur eben keine Nazis oder Rechtsextreme jeglicher Schattierung.

Ist Musik die „Einstiegsdroge Nummer Eins“ in die rechtsextreme Szene, wie der Verfassungsschutz nicht müde wird zu behaupten?
Nein, das sehe ich überhaupt nicht so. „Einstiegsdroge Nummer Eins“ ist für mich eher eine falsche Politik, verbunden mit der Negierung der positiven Werte der deutschen Geschichte, zu denen ich die Herausbildung eines gesellschaftlich begründeten Humanismus durch unsere Dichter und Philosophen wie Goethe, Kant, Hegel halte. Deutschland faselt ständig vom Frieden und steht mit Waffenexporten an 3. Stelle in der Welt. Wenn dann mit genau diesen Waffen ganze Länder zerstört werden und die Menschen hierher fliehen, werden sie durch Gesetze diskriminiert. Zitate von Politikern, die dann auch noch Ängste und folgende Diskriminierungen anfeuern, möchte ich jetzt nicht nennen, gibt es aber mehr als genug. Eine zu lasch erfolgende Aufklärung, wenig und falsche Informationen über die Zeit der Nazidiktatur 1933-45 in der Schule und im gesamten öffentlichen Leben kommen dazu. Verwässerung der Schuldfrage für den Ausbruch der beiden Weltkriege und die Überbetonung der Opferrolle des deutschen Volkes öffnen nationalistischen und rechtsextremen Ressentiments viel mehr Tür und Tor als jegliche Musik es vermag.
Jedoch: Auch die Musik wie zum Beispiel von Sleipnir und Landser und vielen anderen ist natürlich ein nicht zu vernachlässigender Faktor in diesem Prozess. In dem Zusammenhang finde ich es sehr aufschlussreich, dass bis heute Lieder der Deutschen Wehrmacht in der Bundeswehr gesungen und gespielt werden. Das ist für Nazis DER Freibrief.

Sind die Texte der „Rechtsrock“-Bands wirklich geeignet, Menschen anzusprechen oder zu überzeugen, die nicht so denken oder bereits der rechten Szene angehören?
Wenn man kein gefestigtes humanistisches Weltbild – geprägt von der Umwelt, der Schule und dem Elternhaus hat – ja, dann spricht einen das ganz sicher an. Darauf haben wir ja bei der NPD und besonders bei den Kameradschaften gesetzt.

Was bezweckt die NPD, wenn sie ihre „Schulhof-CDs“ verteilt? Geht es ihr wirklich um die Inhalte und Agitationskraft der Songs?
Als Erstes und Wichtigstes bezwecken sie, Aufmerksamkeit zu erregen, um Inhalte und Agitationen geht es erst in zweiter Linie.  

Welche Bedeutung hat Musik denn generell in der rechten Szene?
Eine sehr große Bedeutung. Denn sie schafft Gemeinsamkeit, Identifikation, ein Gefühl des ‚Heimischseins‘, der Nähe und einer fiktiven Kameradschaft.

Wird Musik von den führenden Köpfen der rechten Szene eigentlich gezielt und planvoll eingesetzt?
Warum sind wohl Voigt und Lunikoff befreundet? Die „Internationale“ oder „Auf auf zum Kampf für Luxemburg“ werden die sicher für ihr Klientel nicht favorisieren.

Ist die Musik auch geeignet, neue Leute für die Szene zu gewinnen, oder nur dafür, die schon Gläubigen zu bestätigen?
Die Frage ist doch schon beantwortet: Na klar.

Die Absicht ist klar, aber sind sie damit auch erfolgreich? Ich habe bei meinen Recherchen zur rechten Szene niemals eine Bestätigung dafür gefunden, dass dort, wo zum Beispiel die NPD oder auch eine Kameradschaft sehr aktiv Rechtsrock-Angebote gemacht haben, wirklich die Mitgliederzahlen nennenswert gestiegen sind?
Zum Glück laufen den Nazis die Mitglieder und Mitläufer so oder so nicht zu Hunderttausenden zu. Die Musik ist jedoch in jeglicher Weise ein wichtiges Steinchen im ganzen Mosaik. Ich habe es auch nicht erlebt, dass NUR über die Musik die Anhängerschaft signifikant gestiegen ist, doch wer das vernachlässigt, macht sicher auch einen signifikanten Fehler.

Auffällig fand ich bei meinen Interviews mit Kadern der rechten Szene, dass wirklich die meisten ‚ihre‘ eigene Szene-Musik gar nicht mochten, für ziemlich primitiv hielten, und auch häufig eher sagten, sie wären trotz dieser Musik in der rechten Szene aktiv geworden?
Wenn ich einen Kader habe, der Abi hat und aus einem kultivierten Elternhaus stammt, wird der sich sicher von der rechtsextremen Hardcoremusik abgestoßen fühlen. Die fühlen sich in anderen Genres sicher mehr zu Hause. Aber ich habe gesehen und erlebt, wie Lunikoff und Voigt harmonierten, was will man noch mehr!

Hören Szene-Angehörige eigentlich nur „Rechtsrock“ oder auch andere Musik?
Klar hören sie auch andere Musik (außer natürlich linkstradierte Musik). Hauptsächlich zum Beispiel deutschen Schlager, Deutschrock, Techno etc.

Ist Deutschrock also auch ein Genre für Neonazis und andere Rechtsextreme?
Welchen Musikstil hat die Nazi-Szene von ihrer unseligen Geburt an bis heute denn nicht versucht, für ihre Zwecke zu missbrauchen! Da macht Deutschrock erst recht keine Ausnahme.

Soul, Jazz, Ska – Letzteren hören zwar auch Nazi-Skins bisweilen, aber mir ist keine rassistische oder rechtsextreme Ska-Band bekannt …
Keine Ahnung, kommt vielleicht noch.

Welche Eigenschaften machen Deutschrock für Rechtsextreme spannend?
Die deutsche Sprache und somit der eindeutige Transport ihrer unhumanistischen Inhalte.

Und was stört die rechte Szene und deren Angehörige am Deutschrock?
Na, dass nicht alle Gruppen, die Deutschrock machen, ihren protofaschistischen Dreck produzieren.

Spielt Frei.Wild eine Rolle in der rechten Szene?
Ja. Ein paar Idioten gibt es überall, die überall das hineinprojizieren, was in ihren Wahnvorstellungen existiert.

Ist Frei.Wild eher ein offenes Tor in die rechte Szene oder ein Ausstiegshelfer?
Frei.Wild ist weder ein offenes Tor noch eine Ausstiegshilfe. Man kann jeglichen Inhalt hineininterpretieren. Das kann natürlich ein sehr zweischneidiges Schwert sein. Zum einen ist die Musik nicht schlecht und geht gut ins Ohr. Zum anderen lässt sie natürlich viele Punkte offen, die Texte drücken sich in vielen Fällen nicht eindeutig aus und somit können irgendwelche rechtsextremen Spinner mit einiger Mühe diese zu einem „offenen Tor“ gestalten.

Im politischen Diskurs wird seit einiger Zeit vermehrt von einer musikalischen „Grauzone“ geredet. Wie definierst du „Grauzone“ und macht der Begriff überhaupt Sinn?
Dieser Begriff ist rein politisch belegt und existiert für mich einfach nicht!

Das macht dir vermutlich keine Freunde in Antifa-Kreisen. Spielt die Antifa für die rechte Szene eine Rolle?
Das stimmt, aber die Antifa ist weder mein Feind noch mein Gegner. Übertreibende Spinner gibt es überall. Ich habe dazu eben meine Meinung und muss so Widersprüche aushalten. Die Antifa ist der konsequenteste Gegner des Nazispuks, deshalb werden sie von denen gehasst und bekämpft. Ich habe bei denen auch Freunde, die überzeugend und klar Position beziehen. Wenn jedoch übertrieben wird und vereinzelt Positionen durch die Antifa eingenommen werden, die denen der rechten Szene gleichen – nur halt mit anderem Vorzeichen –, dann ist es eine indirekte Befeuerung der Nazi-Szene.

Viele „Rechtsrock“-Vertriebe hatten damals und haben zum Teil heute noch Onkelz-Tonträger im Angebot. Gibt es diese Instrumentalisierungsversuche, wie sie bei den Onkelz seinerzeit ja sehr stark waren, heute auch bei Frei.Wild?
Natürlich, die Nazis wären ja blöde, täten sie es nicht.

Nicht nur Frei.Wild, sondern die gesamte Deutschrock-Szene steht eigentlich unter Verdacht, selbst zumindest rechtsoffen zu sein. Wie schätzt du diese Szene und die wichtigsten Bands ein?
Ich finde es sehr übertrieben, bei Deutschrock von einem Generalverdacht der ‚Rechtsoffenheit‘ zu sinnieren. Deutschrock ist genau wie jedes andere Musikgenre erst mal neutral und somit politisch instrumentierbar. Aber zumindest die wichtigsten Bands der Deutschrock-Szene positionieren sich gegen Rassismus und Nazis. Beste Beispiele hierfür sind die Böhsen Onkelz, Toxpack sowie die Toten Hosen.

Warum boomt Deutschrock derzeit so stark? Was ist daran so faszinierend?
Meine Eltern wohnen in der Nähe von Polen, kaufen dort oft ein und haben dort einige Bekannte. In Polen regt sich niemand darüber auf, wenn polnische Musik gebracht wird; Rockmusik, Schlager, Volksmusik u. a. Die polnische Rockmusik hat dort noch nicht mal den Titel „Polenrock“ o. ä. Genau, wie die Polen in Polen leben, leben die Deutschen in Deutschland, und bekanntlich spricht jedes Volk seine Sprache und identifiziert sich darüber. Und wenn ich gute Musik hören will, höre ich sicherlich zum Beispiel englischsprachige Musik – aber ich will natürlich auch deutsche Musik hören, die aus meinem Kulturkreis kommt, zu der ich eine enge Beziehung habe, und so wird es sicherlich vielen gehen.  

Du meinst also, der Boom erklärt sich nur durch die Verwendung deutscher Sprache?
Ich bin kein Musikwissenschaftler. Sicher gibt es da einige Punkte mehr, wie eventuell traditionelle regionale Rhythmen, die dem deutschen Ohr schneller eingehen, da sie vertraut sind, aber der Schwerpunkt liegt bei mir in der Verwendung der deutschen Sprache.

Was hältst du persönlich von Frei.Wild?
Obwohl ich zunächst sehr skeptisch gegenüber der Musik von Frei.Wild war, musste ich akzeptieren, dass mein jüngerer Bruder voll in dieser Musik aufging, ein großer Fan wurde und ab 15 Jahren viele Konzerte besuchte. Über meinen Bruder, der nicht mal annähernd ausländerfeindlich oder rechtsextremistisch ist, kam ich der Musik von Frei.Wild näher und beschäftigte mich mit ihr. Dabei musste ich mich natürlich auch mit dem schon o.g. Begriff „Grauzone“ beschäftigen, da es einige Tendenzen gibt, Frei.Wild in die rechtsextreme Ecke zu stellen. Nachdem ich meinen Bruder zu Konzerten begleitete, da er noch minderjährig war, konnte ich für mich feststellen, dass dieses nicht zutrifft. Nazi-Konzerte sehen nach meinen eigenen Erfahrungen völlig anders aus! Seitdem höre ich selbst ohne diese politische Schablone die Musik von Frei.Wild so, wie es mir gefällt. Mir persönlich ist die Band einfach zu kommerziell.

Samstag, 28. März 2015

Zukunftshaus Wedding - ein Vorbild





Der Schlagerstar Roland Kaiser ist im Wedding aufgewachsen. Deshalb ist er Botschafter für das dort entstehende Zukunftshaus Wedding. Martin von Essen, Stiftsvorsteher des Evangelischen Johannesstifts Berlin und damit auch verantwortlich für das Weddinger Paul-Gerhardt-Stift, setzt in ein Zukunftshaus. Unterstützer hat er, den zuständigen Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke und den Superintendenten Martin Kirchner.



Das Paul Gerhardt Stift machte sich vor fünf Jahren auf den Weg, einen sozialräumlichen Begegnungsort im Wedding zu schaffen, der Teilhabe und Inklusion in intergenerationeller und interkultureller Perspektive ermöglicht.

Für das Paul Gerhardt Stift soll mit der konzeptionellen Weiterentwicklung seiner Angebote unter dem Dach des „ZukunftsHaus Wedding ZHW“ die vorfindlichen Aktivitäten und Projekte für Jung und Alt sowie für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache im Stadtteil verbunden werden. Das ZHW bietet im Zusammenspiel von professioneller und ehrenamtlicher Tätigkeit Leistungen für ein übergreifendes Miteinander an und zielt auf die interkulturelle und intergenerationelle Bildung, Beratung und Vernetzung im Stadtteil.

Es ist offen für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft. Unser Ziel ist es, ein Generationen übergreifendes Netzwerk in der Nachbarschaft entstehen zu lassen, an das jede und jeder mit seinen Kompetenzen und Erfahrungen anknüpfen kann. Mit den bereits bestehenden Angeboten des betreuten Wohnens für pflegebedürftige Menschen, mit der Beratungsstelle „Refugium“ für traumatisierte Flüchtlinge sowie durch das Stadtteil- und Familienzentrum und die Kindertagesstätte erhält das ZHW erste Konturen.

Ein Höhepunkt ist der Juli 2014: Das Konzept ZukunftsHaus Wedding bekommt besondere Anerkennung im Rahmen des Bundeswettbewerbs "Preis Soziale Stadt 2014"

Und das Projekt strahlt aus. Auch in der badischen Metropole Karlsruhe  plant die Diakonie ein ähnliches Projekt.
Hier ist man noch auf der Suche nach Botschafter wie Roland Kasier, die dem Projekt einen bedeutenden Stempel aufdrücken.










Donnerstag, 26. März 2015

Flugzeugabsturz - die Wahrheit?

Foto: dts Nachrichtenagentur






„Heute hui, morgen pfui“, heißt ein altes Sprichwort.

Was sich an einem Tag alles ändern kann?

Gestern früh redeten die Politiker noch von technischen Fehlern, die den Absturz der Germanwings-Maschine verursachten. Nur ein guter Freund, einer der besten investigativen Journalisten Deutschlands, suggerierte mir zu Recht: Es war alles andere als ein Unfall!
Heute beschäftigen uns andere Fakten. Und jeder von uns hat dabei andere, fast apokalyptische Gedanken.

Eine unserer Redakteurinnen wäre fast in den Airbus eingestiegen. Aber halt nur fast.

Und einen Tag vor dem Geburtstag meiner Frau wurde das Flugzeug über Donezk in der Ukraine abgeschossen, ein Tag vor dem Geburtstag unserer Tochter, da knallte das Germanwings-Flugzeug gegen ein Massiv in den französischen Alpen…
Nun wird er verteufelt, der junge Andreas L. aus Montabaur.
Depressionen, Burnout – Themen unserer Zeit, die ihn zu diesem Schritt veranlasst haben sollten, das Flugzeug zerschellen zu lassen.

Aber ist das die Wahrheit? „Was heißt Wahrheit“, lautete schon vor fast 2000 Jahren die Frage des Statthalters Pontius Pilatus, auf dessen Geheiß Jesus an das Kreuz von Golgatha genagelt wurde.

Noch ist alles offen. Wir sprechen keine Verurteilungen aus.

Wir sind in Gedanken bei den Opfern dieses Grauens. Der eine betet, der andere ist in Gedanken bei ihnen.
Harren wir der Dinge, die noch kommen.
Eines ist wünschenswert: Dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Dienstag, 24. März 2015

Vom Reporter zum Patient

Ein Beruf als Reikimeisterin ist unfassbar und nicht so leicht!

Prenzlau (to). Ein schöner Tag, war es am Mittwoch, den 18.03.2015 gewesen. Denn ich hatte das Vergnügen, mich unter die Hände von der Reikimeisterin Fraese zu begeben. Noch am gleichem Tag traf ich eine Kundin der Reikimeisterin, die mir Unfassbares erzählte. Zuerst habe ich es nicht geglaubt, was Frau Franziska Kauschen mir alles erzählte. Sie erzählte mir über zwei große Löcher am Fuß, kein Arzt konnte da etwas machen. Als Frau Kauschen vor zwei Jahren Reikimeisterin Sybille Fraese kennenlernte, waren die Schmerzen nach einigen Behandlungen spurlos verschwunden. Mit geheimnisvollen Kräutern wurden die Füße der Patientin Frau Kauschen, wieder heil. Ärzte wussten nicht weiter, jedoch bei Frau Fraese gelang es. Ein Arzt und auch eine Reikimeisterin verraten die Geheimnisse nicht, so bekam ich keine Hintergrundinfos von ihr.
Jedoch nachdem Frau Franziska Kauschen mir einiges erzählte und die Reikikunst bestaunte sowie mehrmals Frau Kauschen Lobeshymnen auf Frau Fraese sang, war ich überzeugt. Ein Interview lüftet die Ecken einer solchen Kunst. „Niemand weiß, woher die magische Medizin kommt," erklärte Frau Fraese in dem Interview. So hat die Reikimeisterin aus Prenzlau einen gefüllten Tagesablauf, es kommen junge sowie ältere Menschen. Dazu hatte Frau Fraese im Jahr 2008 eine Ausbildung absolviert und sie auch bestanden, die Urkunden zeigt sie jedem ihrer „Klienten“, erklärte sie mir.
Zum Nachmittag wurde auch ich Patient, ein erstaunliches Erlebnis. Denn ursprünglich glaubte ich nicht an so etwas, jedoch nach nur wenigen Minuten zeigte sich ein warmes Gefühl an meiner Wirbelsäule, es ging runter bis zu den Füßen. Ebenfalls fühlte Frau Fraese über meinen Kopf, an meinen Rücken, an meinen Beinen und konnte nur drei Probleme feststellen an mir. Es war wirklich unfassbar: Als ich am Tag nach der Behandlung ins Bett ging, konnte ich gut eine Stunde nicht schlafen, aus einem guten Grund, Rückenschmerzen, wie sie es vorhersagte.
Mit wem arbeitet eine Reikimeisterin überhaupt zusammen?
Eine Reikimeisterin arbeitet mit vielen Ärzten zusammen, so ist es bei Sybille Fraese, eine gute Internistin aus Prenzlau, die jede Woche ihre Wartezimmer gut gefüllt hat.
Seit wann gibt es die Reikikunst überhaupt und wer ist der Erfinder?
Das genaue Datum der Entstehung ist nicht bekannt. Fest steht, dass Mikao Usui 1921 eine Reiki-Klinik in Tokoyo eröffnete.
Foto: Tobias Olm
Bericht: Tobias Olm

Quelle: www.tobias-olm.jimdo.com